Thomas Mann {und} Frankreich – mit oder ohne parenthèse

Zum Besuch der Ausstellungseröffnung „Thomas Mann {und} Frankreich“ am 14.Februar 2014

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Wir kennen das wahrscheinlich von uns selbst – die Frankreichbegeisterung setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen, aus zugänglichen und aus weniger offensichtlichen. Umso interessanter scheint es, die letzteren zu erkunden, bei uns – und bei anderen. Vielleicht gingen wir mit diesem Ziel zu der Ausstellungseröffnung „Thomas Mann {und} Frankreich“ im Goethe Museum im Schloss Jägerhof am 14. Februar 2014.

Die Ausstellung, veranstaltet von der Thomas Mann-Gesellschaft Düsseldorf e.V. und dem Goethe-Museum Düsseldorf in Verbindung mit dem Institut français beschäftigt sich mit dem Verhältnis Thomas Manns zu Frankreich, das, wie wir in den Einführungsvorträgen unter anderem von der stellvertretenden Direktorin des Goethe-Museums, dem Vorsitzenden der Thomas Mann-Gesellschaft Düsseldorf e.V. und dem Leiter des Institut français erfuhren, ein noch nicht bis ins Detail erforschtes ist.

So spiegelt die Ausstellung den aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit diesem Thema wider und lässt viele Teilaspekte deutlich werden, wie den Einfluss französischer Lektüre auf Thomas Mann, seinen Briefwechsel mit André Gide, aber auch die Rezeptionsgeschichte seiner Werke in Frankreich.

Neben der deutlich werdenden Empathie für sein Nachbarland lässt die Ausstellung aber auch erkennen, dass das Verhältnis Thomas Manns zu Frankreich nicht immer ein einfaches war, Übersetzungen seiner Werke ließen auf sich warten und Anerkennung und Bewunderung wurden Thomas Mann in großen Teilen der französischen literarischen Welt erst mit der Verleihung des Nobelpreises zuteil.

Ein Rundgang durch die kleine, aber sehr durchdachte Ausstellung ist auch ein Rundgang durch die verschiedenen Ebenen der Beschäftigung mit Frankreich, der literarischen, der politisch geprägten, aber auch der sehr persönlichen: Keiner der Besucher der Eröffnungsausstellung, auch wir nicht, konnte nicht lächelnd an dem ausgestellten Grammophon vorbeigehen, auf dem Thomas Mann, begeistert von Debussy, die Prélude à l‘après- midi d‘un faune gehört und in seinem Werk verarbeitet hat.

Wer sich auch einen etwas ungewöhnlichen Aspekt Thomas Manns oder Frankreichs anschauen möchte, kann dies noch bis zum 30 März 2014 im Goethe-Museum im Schloss Jägerhof tun und für sich die Frage beantworten, in wieweit eine parenthèse zwischen Thomas Mann und Frankreich gehört…